EMDR klingt nach einem komplizierten Fachbegriff, und die Abkürzung schreckt manche Menschen zunächst ab. Dabei lässt sich das Prinzip dahinter recht einfach beschreiben, sobald man einmal verstanden hat, was in einer Sitzung tatsächlich passiert.
Was hinter der Abkürzung steckt
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing - auf Deutsch etwa: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen. Die Methode wurde ursprünglich für die Behandlung von Traumafolgestörungen entwickelt und gehört inzwischen zu den am besten untersuchten Verfahren in diesem Bereich.
Im Kern geht es darum, belastende Erinnerungen unter therapeutischer Begleitung noch einmal aufzurufen, während bestimmte Augenbewegungen oder andere wechselseitige Reize - etwa leichtes Klopfen an beiden Handrücken - den Verarbeitungsprozess im Gehirn unterstützen. Viele Patientinnen und Patienten berichten mir, dass die Erinnerung danach zwar noch da ist, aber ihre emotionale Wucht spürbar verliert.
Wie eine EMDR-Sitzung in meiner Praxis abläuft
Bevor wir mit der eigentlichen Verarbeitung beginnen, nehmen wir uns in mehreren Vorgesprächen Zeit für Stabilisierung. Das bedeutet: Sie lernen zunächst Techniken kennen, mit denen Sie sich selbst beruhigen und erden können, falls eine Erinnerung während der Sitzung stark aufwühlt. Erst wenn diese Grundlage steht, beginnen wir mit der eigentlichen EMDR-Arbeit an konkreten belastenden Ereignissen.
Eine einzelne Sitzung dauert in der Regel etwas länger als ein klassisches Gespräch, damit für die Verarbeitung genug Raum bleibt. Wie viele Sitzungen insgesamt nötig sind, hängt stark davon ab, wie viele belastende Erinnerungen bearbeitet werden sollen und wie lange diese schon zurückliegen.
Für wen kommt EMDR infrage?
EMDR eignet sich vor allem für Menschen, die ein einzelnes traumatisches Ereignis erlebt haben - einen Unfall oder den plötzlichen Verlust eines nahestehenden Menschen - und bei denen dieses Ereignis noch immer belastend nachwirkt, etwa in Form von Albträumen oder plötzlich auftauchenden Bildern. Auch bei wiederholten belastenden Erfahrungen, etwa aus der Kindheit, kann EMDR sinnvoll sein, braucht dann aber meist mehr Zeit und eine sorgfältigere Vorbereitung.
Nicht jede schwierige Lebensphase erfordert EMDR. Bei manchen Anliegen ist ein klassisches verhaltenstherapeutisches Vorgehen der passendere Weg. Ob EMDR für Ihre Situation geeignet ist, kläre ich im Erstgespräch gemeinsam mit Ihnen ab.
Häufige Fragen, die mir gestellt werden
- Muss ich das belastende Ereignis in allen Details schildern? Nein, eine grobe Beschreibung reicht für den Einstieg.
- Kann EMDR die Erinnerung löschen? Nein, sie bleibt bestehen - verändert sich aber meist in ihrer emotionalen Intensität.
Wenn Sie in Berlin nach einer Möglichkeit suchen, ein belastendes Erlebnis aufzuarbeiten, können Sie sich in einem unverbindlichen Erstgespräch informieren, ob EMDR der richtige Weg für Sie ist.