Trauer gehört zum Leben, das weiß jeder. Trotzdem sitzen in meiner Dortmunder Praxis immer wieder Menschen, die sich fragen, ob das, was sie gerade durchleben, noch „normale" Trauer ist oder schon etwas anderes. Diese Unsicherheit allein ist oft schon eine Belastung.
Trauer verläuft nicht nach Zeitplan
Es gibt keine feste Frist, nach der Trauer „vorbei" sein muss. Manche Menschen finden nach einigen Monaten wieder in ihren Alltag, andere brauchen deutlich länger, ohne dass das ein Zeichen für ein Problem wäre. Trauer verläuft in Wellen, nicht linear – gute Tage wechseln sich mit Rückschlägen ab, oft ausgelöst durch einen Jahrestag, ein Lied oder einen Geruch.
Woran sich eine Verschiebung erkennen lässt
Schwieriger wird es, wenn die Trauer über lange Zeit so intensiv bleibt, dass der Alltag kaum noch zu bewältigen ist. Wenn das Gefühl von Leere jeden Tag bestimmt, soziale Kontakte fast vollständig abbrechen oder der Gedanke an die verstorbene Person mit starker Selbstaufgabe verbunden ist, dann spreche ich von einer Belastung, die therapeutische Unterstützung braucht. Auch anhaltende Schuldgefühle, die über das übliche Maß hinausgehen, gehören dazu.
Was in der Therapie möglich ist
In der Arbeit mit trauernden Patientinnen und Patienten geht es mir nicht darum, den Verlust zu „lösen" – das wäre vermessen. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem die Trauer ihren Platz bekommt, ohne das restliche Leben vollständig zu überlagern. Wir schauen gemeinsam, welche Gedanken den Trauerprozess zusätzlich erschweren, etwa selbstkritische Vorwürfe, und wie sich wieder Halt im Alltag aufbauen lässt.
Der erste Schritt fällt oft am schwersten
Viele zögern, sich wegen Trauer professionelle Hilfe zu suchen, aus Sorge, das Gefühl damit zu „pathologisieren". Das kann ich gut nachvollziehen. Trauer ist keine Krankheit. Wenn sie den Alltag jedoch über Monate hinweg lähmt, ist ein begleitetes Gespräch kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Weg, wieder Boden unter den Füßen zu finden.
In meiner Praxis in Dortmund nehme ich mir Zeit, um gemeinsam mit Ihnen einzuschätzen, wo Sie in Ihrem Trauerprozess stehen. Ein erstes Gespräch kann dabei helfen, Klarheit zu gewinnen, ohne dass Sie sich sofort auf eine lange Therapie festlegen müssen.