Der erste Schritt ist oft der schwerste. Viele Menschen, die sich bei mir in der Berliner Praxis melden, haben schon Wochen oder Monate gezögert, bevor sie den ersten Schritt gemacht haben. Beim Erstgespräch schauen beide Seiten, ob die Zusammenarbeit passt.
Wozu dient das Erstgespräch überhaupt?
In der ersten probatorischen Einzelstunde geht es zunächst darum, sich ein Bild von Ihrer aktuellen Situation zu machen. Ich frage nach den Beschwerden, seit wann sie bestehen und was sich in Ihrem Alltag dadurch verändert hat.
Am Ende steht die Einschätzung, ob eine ambulante Psychotherapie sinnvoll ist, und wenn ja, welches Verfahren zu Ihnen passt. Manchmal reicht auch eine Beratung zu anderen Anlaufstellen, etwa wenn akut andere Hilfe gebraucht wird.
Was Sie konkret erwartet
Eine Einzelstunde dauert 50 Minuten. Ich stelle Fragen zu Ihrer Vorgeschichte, zu bisherigen Behandlungen und zu Ihrem sozialen Umfeld. Sie müssen dabei nicht sofort alles erzählen – manche Themen brauchen Zeit, bis sie sich aussprechen lassen, und das ist völlig in Ordnung. Wichtiger als eine lückenlose Lebensgeschichte ist mir, dass Sie am Ende des Termins spüren, ob Sie sich bei mir aufgehoben fühlen.
Häufig bringen PatientInnen Unterlagen mit, etwa Arztbriefe oder Berichte früherer Behandlungen. Das ist hilfreich, aber keine Voraussetzung. Wenn Sie nichts dabeihaben, ist das kein Problem.
So können Sie sich vorbereiten
Eine Checkliste zum Abhaken brauchen Sie nicht. Hilfreich ist es, sich vorab kurz zu überlegen, was Sie gerade am meisten belastet und seit wann. Manche notieren sich das stichwortartig, andere kommen bewusst ohne Vorbereitung – beides funktioniert. Wenn Sie Medikamente einnehmen, notieren Sie sich die Namen und Dosierungen, das erspart im Gespräch Rückfragen.
Was ich Ihnen mitgeben möchte: Ein Erstgespräch ist keine Prüfung, die Sie bestehen müssen. Es kann auch sein, dass Sie merken, die Chemie stimmt nicht – dann ist es besser, das offen anzusprechen, als aus Höflichkeit weiterzumachen. Die Passung zwischen Patient und Therapeutin ist einer der wichtigsten Wirkfaktoren überhaupt.
Nach dem Erstgespräch
Am Ende besprechen wir gemeinsam die nächsten Schritte. Das kann die Aufnahme in eine reguläre Therapie sein, die Empfehlung eines anderen Verfahrens oder auch der Hinweis auf eine Warteliste, falls meine Berliner Praxis gerade ausgelastet ist. Auch das teile ich Ihnen ehrlich mit, statt Hoffnungen zu wecken, die ich nicht halten kann.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine Psychotherapie das Richtige für Sie ist: Das lässt sich im Erstgespräch klären, nicht davor.