Eine Panikattacke fühlt sich für die meisten Menschen beim ersten Mal wie ein Herzinfarkt an. Deshalb landen viele zunächst in der Notaufnahme statt in einer Praxis wie meiner in der Grünberger Straße. Das Herz rast, die Brust wird eng, oft kommt ein Kribbeln in den Händen dazu, und der Gedanke "ich sterbe gleich" oder "ich verliere die Kontrolle" schießt durch den Kopf. Medizinisch ist in diesem Moment meist nichts gefährlich, aber das zu wissen hilft in der akuten Situation kaum, weil der Körper längst reagiert, bevor der Kopf nachdenken kann.
Was im Körper während einer Panikattacke geschieht
Die Symptome folgen einem bekannten Muster: Das autonome Nervensystem schaltet in einen Alarmzustand, Adrenalin wird ausgeschüttet, Herzschlag und Atmung beschleunigen sich. Das ist derselbe Mechanismus, der einem früher geholfen hat, vor einer echten Gefahr wegzulaufen. Das Problem bei einer Panikattacke: Es gibt keine reale Gefahr, vor der man weglaufen könnte, und genau diese Fehlmeldung des Körpers macht die Situation so verwirrend. Eine einzelne Attacke dauert in aller Regel nicht länger als zehn bis zwanzig Minuten, auch wenn sie sich in dem Moment viel länger anfühlt.
Was in der akuten Situation tatsächlich hilft
Aus der Arbeit mit Patientinnen und Patienten weiß ich: Ablenkung hilft im ersten Moment kaum, weil die körperlichen Symptome zu stark im Vordergrund stehen. Was besser funktioniert, ist eine bewusst verlängerte Ausatmung, zum Beispiel vier Sekunden einatmen und sechs bis acht Sekunden ausatmen. Das wirkt direkt auf das Nervensystem und bremst die körperliche Alarmreaktion etwas ab. Genauso wichtig: die Attacke nicht zusätzlich zu bekämpfen. Wer gegen die Panik ankämpft, verstärkt sie oft, weil der Körper die Kampfhaltung als weiteres Alarmsignal liest. Ich rate stattdessen, die Welle möglichst passiv durchzustehen, so schwer sich das anhört. Manche Patientinnen und Patienten legen dabei eine Hand auf den Bauch, um die Atmung bewusster zu spüren, andere zählen die Sekunden im Kopf mit.
Panikattacken-Therapie in Berlin: Wann eine Behandlung sinnvoll wird
Eine einzelne Panikattacke ist noch keine Störung. Problematisch wird es, wenn die Angst vor der nächsten Attacke den Alltag zu bestimmen beginnt, wenn U-Bahn-Fahrten oder Supermarktbesuche gemieden werden, weil dort schon einmal eine Attacke passiert ist. Dieses Vermeidungsverhalten ist der Punkt, an dem ich zu einer Behandlung rate, denn es engt das Leben zunehmend ein und verstärkt die Angst, statt sie zu lindern.
Wie eine Behandlung in der Praxis beginnt
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über die bisherigen Attacken: wann sie auftreten und welcher Gedanke ihnen vorausgeht. Ein zweiter Teil des Gesprächs dreht sich darum, welche Situationen inzwischen vermieden werden. Danach arbeiten wir mit Psychoedukation, ich erkläre den Mechanismus hinter der Angststörung so konkret wie möglich, weil Verstehen einen Teil der Ohnmacht nimmt. Im nächsten Schritt üben wir, sich Schritt für Schritt wieder in die vermiedenen Situationen zu begeben, zunächst gemeinsam durchdacht, später eigenständig. Das Tempo bestimmt dabei immer die Patientin oder der Patient selbst, nicht ein starrer Plan.
Wer in Friedrichshain oder einem angrenzenden Berliner Bezirk lebt und seit einer Weile mit wiederkehrenden Panikattacken kämpft, kann sich für ein Erstgespräch in meiner Praxis melden. Es lohnt sich, frühzeitig hinzuschauen, bevor sich die Vermeidung weiter verfestigt.