Die Kamera ruckelt kurz, dann sehen wir uns beide auf dem Bildschirm – so beginnt für viele meiner Patientinnen und Patienten mittlerweile ein Therapietermin. Was am Anfang oft mit Skepsis begegnet wird, wird nach der ersten Sitzung meist schnell selbstverständlich.
Vor der ersten Sitzung: Technik und Rahmen klären
Sie benötigen kein Studio, nur einen ruhigen Raum, in dem Sie ungestört sind, und eine stabile Internetverbindung. Ich nutze eine datenschutzkonforme, für Psychotherapie zugelassene Videoplattform – keine gewöhnliche Video-App. Den Zugangslink erhalten Sie vorab per E-Mail, ein Klick genügt, eine Software-Installation ist meist nicht nötig.
So läuft die Sitzung selbst ab
Inhaltlich unterscheidet sich eine Videositzung kaum von einem Termin in der Praxis. Wir beginnen mit einem kurzen Ankommen: Wie ging es Ihnen seit dem letzten Gespräch, was beschäftigt Sie gerade. Danach vertiefen wir das Thema, an dem wir arbeiten – ob Verhaltensexperimente, die Aufarbeitung eines belastenden Ereignisses oder konkrete Übungen für den Alltag.
Ein Unterschied fällt mir in der Praxis auf: Manche Patientinnen und Patienten öffnen sich in der vertrauten Umgebung ihres eigenen Zuhauses sogar leichter als im Praxisraum. Andere brauchen etwas länger, um sich auf das Format einzulassen. Beides ist normal, und wir passen das Tempo gemeinsam an.
Was bei technischen Störungen passiert
Bricht die Verbindung ab, ist das kein Grund zur Sorge. Für diesen Fall haben wir immer eine Telefonnummer hinterlegt, über die wir das Gespräch nahtlos fortsetzen. Solche Unterbrechungen kommen vor, sind aber selten und lassen sich fast immer innerhalb einer Minute lösen.
Nach der Sitzung
Am Ende besprechen wir wie gewohnt, was bis zum nächsten Termin ansteht, und vereinbaren den nächsten Termin direkt im Anschluss. Abrechnung und Terminorganisation laufen genauso wie bei einem Praxisbesuch, gesetzliche wie private Kassen erstatten Videositzungen inzwischen regulär.
Für wen sich das Format eignet
Online-Therapie eignet sich besonders für Menschen, die beruflich viel unterwegs sind, außerhalb der Stadt wohnen oder aus gesundheitlichen Gründen den Weg in die Praxis scheuen. Bei akuten Krisen oder wenn eine körperliche Untersuchung notwendig ist, bespreche ich mit Ihnen offen, ob ein Präsenztermin die bessere Wahl ist.